Graphic Recording nach der Veranstaltung: 4 Ideen zur Weiternutzung
Ein Graphic Recording ist ein visuelles Protokoll, das während eines Workshops oder einer Konferenz live entsteht. Aber was passiert eigentlich damit, wenn die Veranstaltung vorbei ist?
Ob als Poster im Besprechungsraum, Einstieg in Folgeworkshops, Intranet-Content oder Bildausschnitt für Vorträge – ich zeige dir in diesem Beitrag, wie ein Graphic Recording auch Monate später noch arbeitet.
Am Ende der Veranstaltung:
Die Veranstaltung ist zu Ende. Bevor es nach Hause geht kommen viele Menschen nochmal zum Graphic Recording, fotografieren es, kommen ins Gespräch oder fragen nach, ob sie es noch bekommen.
Meine Kund:innen erhalten das Bild danach – auf Papier oder bei einem digitalen Recording als Datei. Aber die spannende Frage kommt erst danach: Was passiert dann damit? Landet es in einer Schublade?
Ein Beispiel aus der Praxis: das Bild an der großen Wand
Vor Kurzem hat mich ein Kunde bei einem Online-Nachgespräch virtuell mitgenommen – in den großen Besprechungsraum seines Unternehmens.
„Schau mal, dort hängt dein Graphic Recording groß bei uns an der Wand", sagte er. „Bei den Besprechungen zu unserer neuen Organisationsstruktur schauen wir da automatisch drauf. Das Bild hilft uns, gleich ins Thema einzusteigen – wir haben die Inhalte unserer Veranstaltung direkt vor Augen."
Das hat mich richtig gefreut. Nicht, weil mein Bild an der Wand hängt (obwohl es natürlich auch schön ist, es so prominent platziert zu sehen). Sondern weil es weiterarbeitet. Genau darum geht es mir.
Deswegen bespreche ich mit meinen Kund:innen im Abschlussgespräch immer, wie sie das Graphic Recording weiter nutzen können. Das hängt natürlich von der Veranstaltung und den Zielen ab – ein Strategie-Workshop braucht andere Anschlussformate als ein Teamevent.
4 Wege, ein Graphic Recording nach der Veranstaltung weiter zu nutzen
✅ Als Poster im Unternehmen. Ob im Flur oder im Besprechungsraum wie im Beispiel oben – der Blick fällt automatisch drauf, das Thema bleibt präsent. Manchmal reicht schon die Größe: ein A0-Poster wirkt anders als ein Flyer in der Schublade.
Ein Kunde aus Baden-Württemberg hat sein Graphic Recording im Flur hängen und berichtet, dass es immer wieder als Gesprächsanlass unter Kolleg:innen dient.
✅ Als Einstieg in Folgeworkshops. Statt einer mündlichen Zusammenfassung ist ein gemeinsamer Blick aufs Bild oft anschaulicher – und regt die Fantasie und die Motivation an.
Tip: Kombiniere das Graphic Recording mit einer kurzen "Zeitreise" (z.B. "Was hat sich seit unserem letzten Workshop verändert?").
✅ Im Intranet, verlinkt mit weiterführenden Dokumenten. So wird das Bild zur Gedächtnisstütze und für die, die nicht dabei waren, ein Einstiegspunkt.
So kann Wissen nachhaltig verankert werden.
✅ Als Ausschnitt für Folien, Vorträge oder interne Präsentationen. Einzelne Bildelemente mit Kernbotschaften lassen sich gut weiterverwenden, statt das ganze Bild zu zeigen.
Weiterentwicklung: Nutzung für die Öffentlichkeitsarbeit. Für Flyer, Social Media oder Website lohnt es sich oft, die im Graphic Recording durch das schnelle Zeichnen skizzenhaft begleiten Einzelbilder nachträglich „ins Reine" zu zeichnen. So entstehen saubere Illustrationen mit den Kernbotschaften, die auch außerhalb des Veranstaltungskontexts gut funktionieren.
Muss ein Graphic Recording immer „weiterarbeiten"?
Nein. Manche Bilder sind vor allem eins: ein schönes Erinnerungsstück an eine Veranstaltung und ihr Hauptzweck war, die Veranstaltung aufzuwerten. Auch das ist legitim.
Es kann aber mehr:
✔ Erinnerungen wachhalten (Bilder wirken stärker und schneller)
✔ Diskussionen verkürzen (alle schauen auf dieselbe "Landkarte")
✔ Inhalte sichtbar macht (kein langes Suchen in Protokollen)
✔ Identifikation schaffen (das Bild wird zum Symbol für den Prozess)